Presseerklärung

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Freitag, 10.6.2011

BA/MA-Umstellung des Lehramtes und Lohnkürzungen stoppen!

Unterschriftenkampagne für ein Moratorium der Reform des Lehrerausbildungsgesetzes

Auf Beschluss der ehemaligen schwarz-gelben Landesregierung soll das Lehramtsstudium in NRW zum Wintersemester auf das Bachelor-Master-System umgestellt werden. Außerdem soll ein Teil der Bezahlung des Referendariates entfallen. Damit beendet Rot-Grün den Trend zur Prekarisierung im Bildungssystem nicht.
Dagegen haben die GEW-Studis und die junge GEW eine Unterschriftenkampagne für ein Moratorium der Reform ins Leben gerufen.

„Das Bachelor-Master-System hat sich bisher als grundsätzlich lern- und wissenschaftsfeindlich erwiesen. Es ist auf das unhinterfragte und rein reproduktive Abarbeiten von Stoff gerichtet,“ sagt Jeanne Deinert, Leitungsteam der jungen GEW NRW. Eva Caspers, SprecherInnenteam des Landesausschusses der Studentinnen und Studenten der GEW NRW, ergänzt: „Die Selektion beim Masterzugang macht die Studierenden zu Konkurrenten. Das ist nicht nur aufreibend und sozial selektiv, sondern auch unproduktiv und gesamtgesellschaftlich schädlich: Wie sollen künftige PädagogInnen, die unter Konkurrenz- und Leistungsdruck in ihrem Studium vor allem lernen, fremdgesetzte Anforderungen zu erfüllen, dazu beitragen, dass SchülerInnen ein kritisches Verständnis der Welt entwickeln und zu mündigen Persönlichkeiten werden?“

Martin Stimmler, Student aus Essen und GEW-Mitglied, erklärt: „Die geplante Reform enthält durchaus auch Sinnvolles. So werden endlich alle Lehrämter auf den Umfang des Lehramtes Gymnasium/Gesamtschule ausgebaut und die engere Verknüpfung von Theorie und Praxis ist längst überfällig. Das wird aber torpediert, wenn der Teil des Referendariats, der künftig als Praxissemester vorgezogen wird, nicht mehr bezahlt wird und außerdem so organisiert ist, dass die Studierenden zweimal täglich durch halb NRW fahren müssen.“

Dr. M. Burchardt, Pädagogik-Dozent an der Uni Köln, resümiert: „Es ist nicht hinzunehmen, dass eine ganze Generation von Studierenden in ein System gezwungen wird, das schon jetzt gescheitert ist. Unser Ziel ist es, die Umstellung erstmal auszusetzen, damit eine Studienreform erarbeitet werden kann, die Emanzipation und eine humane Entwicklung der Gesellschaft konsequent in den Mittelpunkt stellt.“

Weitere Infos, Unterschriftenlisten zum Ausdrucken und die Möglichkeit, online zu unterzeichnen:
http://gewstudisnrw.blogsport.de

Kontakt:
Landesausschuss der Studentinnen und Studenten in der GEW NRW (LASS)
lass.nrw@gmx.de
0160-92123064 (Stefan Brackertz)