Zwangsexmatrikulationen abschaffen!

Angesichts der jüngsten Pressemitteilungen der Unionsfraktion im Bundestag und der FDP Niedersachsen nehmen die GEW-Studis NRW folgendermaßen Stellung:

Obwohl sich die Bachelor-Master-Studiengänge bisher qualitativ nicht bewährt haben, werden derzeit an vielen Hochschulen Studierende zwangsexmatrikuliert, die noch die klassischen Studiengänge studieren.
Zwangsexmatrikulationen finden aber nicht nur im Rahmen der BaMa-Umstellungen statt, wie man annehmen könnte, sondern sind auch regulärer Bestandteil zahlreicher Bachelor-Studiengänge. Es ist kein Zufall, dass die FDP in Niedersachsen Zwangsexmatrikulationen als Alternative zu Studiengebühren diskutiert.
Zwangsexmatrikulationen sind ein Instrument der „unternehmerischer Hochschule“ und erfüllen die gleiche Lenkungsfunktion wie die in NRW gerade abgeschafften Studiengebühren. Der Zeitdruck soll dazu drängen, die Leistungsanforderungen planmäßig abzuarbeiten und just-in-time dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Wenn die Hochschulen auf die Vermittlung arbeitsmarktkompatibler Kompetenzen reduziert werden, können sie ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht werden. Die Entwicklung von Lösungen zu drängenden gesellschaftlichen Problemen erfordert kritische Auseinandersetzung mit der Welt in Einheit von Forschung und Lehre statt unreflektiertes Durchstudieren.

Deshalb unterstützen die GEW-Studis NRW die Kämpfe der Studierenden gegen die Zwangsexmatrikulationen und fordern:

  • die Rücknahme sämtlicher Zwangsexmatrikulationen und Exmatrikulationsdrohungen,
  • die Abschaffung sämtlicher Zwangsexmatrikulationsregelungen,
  • einen umfassenden Ausbau des BaFöGs, um allen ein sinnvolles und ungezwungenes Studium zu ermöglichen.