Archiv für Juni 2014

„Die Ursachen von Konflikten und Kriegen gilt es mit zivilen Mitteln zu beseitigen“

Die Beschlüsse des DGB-Bundeskongresses 2014 zur Friedenspolitik:

Bildungsstreik 2014

Dezentrale Demos am Mittwoch, den 25.6.2014

Bildung im Allgemeinen und Hochschulbildung und -forschung im Besonderen fördern nachhaltige und solidarische Formen des Zusammenlebens. Die Hochschulen haben deswegen die Aufgabe, die aktuellen Verhältnisse kritisch zu reflektieren und für friedliche Lösungsvorschläge zu forschen. Um das zu unterbinden, wurden Marktmechanismen in die Hochschulen eingebracht. Beispiele dafür sind die leistungsorientierte Mittelvergabe oder der Zwang zur Einwerbung von Drittmitteln, durch die Hochschulen, Fakultäten und Hochschulmitglieder in ein Konkurrenzverhältnis zueinander gesetzt werden sollen. In Konkurrenzverhältnissen können die Hochschulen ihrer eigentlichen Aufgabe nicht nachkommen, da es nicht um den Erkenntnisgegenstand sondern um Gewinnmaximierung geht. Kritische Wissenschaft dagegen gedeiht nur in Kooperation. Mit der kooperativen Hochschule und der Ausfinanzierung aller Bildungsinstitutionen kann das Konkurrenzverhältnis überwunden werden.

Konkret gefordert werden bundesweit u.a. die Demokratisierung der Hochschulen, langfristige statt prekäre Beschäftigungsverhältnisse der DozentInnen, Umverteilung von oben nach unten und die Abschaffung der Schuldenbremse für die Beendigung der Kürzungen im Bildungs-, Sozial- und Kulturbereich, ein elternunabhängiges Bafög, Breitenförderung statt Elite-Unis, die Aufhebung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern in der Bildungsfinanzierung…

Aufruf
Infos und lokale Demos, Aktionen etc.

Protestaktion: Wem gehören die Hochschulen?

  • Protestaktion
    anlässlich der Expertenbefragung zum Hochschulzukunftsgesetz
    Mi., 18.6., 12 Uhr, Wiese vor dem Landtag NRW
  • anschließend:
    Gemeinsamer Besuch der öffentlichen Sachverständigenanhörung um 14 Uhr

Der tradierte Konflikt darum, in wessen Dienst die Hochschulen stehen, hat sich in den letzten zehn Jahren zugespitzt: Unter dem damaligen FDP-„Innovationsminister“ Pinkwart wurden 2006 in NRW Studiengebühren und 2007 das „Hochschulfreiheitsgesetz“ eingeführt, mit dem die Hochschulen weitgehend entdemokratisiert wurden und der Wirtschaft zunehmender Einfluss auf die Hochschulen gewährt wurde. Mit der Umstellung auf die Bachelor-Master-Studiengänge wurde die Ausrichtung auf die reine Employability weiter forciert. Zeit für kritische Reflexion und neugieriges Lernen traten in den Hintergrund, während ein schnelles Studieren für berufliche Verwertbarkeit immer mehr Bedeutung gewann. Dies blieb nicht unwidersprochen: Auf Grund von Protesten konnten die Studiengebühren nicht einmal eine Legislaturperiode lang aufrecht erhalten werden, spätestens seit dem Bildungsstreik 2009 gibt es allenthalben zumindest kleine Korrekturen an den Studiengängen, mit der Zivilklauselbewegung wird der Anspruch erhoben, dass die Hochschulen zur friedlichen und zivilen Entwicklung der Welt beitragen sollen.
Vor diesem Hintergrund hat die Landesregierung einen Entwurf für eine Überarbeitung des Hochschulgesetzes („Hochschulzukunftsgesetz“) vorgelegt.
Der Entwurf greift zwar neu entwickelte Ansprüche, etwa die Forderung nach einer Zivilklausel auf. Er bleibt an entscheidenden Punkten aber aus „Rücksichtnahme“ auf das Gepolter von Wirtschaftsverbänden und Hochschulleitungen hinter den Möglichkeiten und Erfordernissen zurück: Es gibt z.B. keine Masterplatzgarantie, zusätzliche Zwangsexmatrikulationen, die undemokratischen Top-Down-Management-Strukturen werden nicht abgeschafft, der Inhalt drittmittelfinanzierter Forschungsprojekte an öffentlichen Hochschulen soll nur offengelegt werden, wenn die Geldgeber zustimmen – und wie weitgehend die Verbesserung der prekären Beschäftigungsverhältnisse an den Hochschulen sein wird, ist noch völlig unklar.
Dagegen wollen wir nachlegen für ein Hochschulgesetz, das konsequent die Voraussetzungen für eine soziale, demokratische und zivile Entwicklung der Hchschulen im Interesse der Allgemeinheit schafft.

Veranstalter: DGB-Jugend NRW
Aufruf als PDF

Die Seminararbeit als Wegwerfartikel?

Von Dozierenden werden Studierende oft als wissenschaftlich nicht vollwertig abgewertet. Sie haben deshalb nur selten den Mut ihre Arbeiten einer Öffentlichkeit (und sei es auch nur Freund_innen) zur Verfügung zu stellen. Dem verschämten Umgang mit wissenschaftlichen Werken von Studierenden liegt allerdings nicht nur mangelndes Selbstbewusstsein zugrunde, sondern es mangelt auch an konkreten Möglichkeiten und Ermutigungen zur Veröffentlichung. Studierende sind deshalb oft von wissenschaftlichen Diskursen ausgeschlossen, die sie zwar passiv rezipieren dürfen, an denen sie sich aber nicht durch eigene Beiträge beteiligen können.

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