Lernen, lehren, forschen und arbeiten für Frieden und sozialen Fortschritt

Bundesweiter Bildungsstreik 2011Für kostenlose Bildung für alle, die persönlicher Entfaltung und gesellschaftlichem Fortschritt statt Profiten dient, haben in den letzten Jahren Hunderttausende gekämpft. Die Abschaffung von Studiengebühren und Kopfnoten zeigt, wie wirksam solidarisches Engagement sein kann.
Es ist aber zu befürchten, dass es ansonsten nur zu kleineren Korrekturen kommt. So proklamiert der sog. Schulfrieden zwar Inklusion und längeres gemeinsames Lernen, tastet die Gymnasien aber nicht an. Die Bachelor-Master-Studiengänge sollen minimal entschärft werden, aber dem gescheiterten neoliberalen Konzept der „unternehmerischen Hochschule“ wird keine allgemeinwohlorientierte Neubestimmung der Lern- und Forschungsziele entgegen gesetzt. Zwar wurde das LPVG erheblich verbessert, dennoch werden angestellte LehrerInnen weiterhin schlechter bezahlt als verbeamtete usw.

Alles Gute kommt von unten!

Wenn unter dem Druck von Selektion und Konkurrenz weiter alle damit beschäftigt sein sollen, nicht unter zu gehen, hat das vor allem die Funktion, dass die Welt so bleibt, wie sie ist. Das ist aber nicht nur unerfreulich und aufreibend, sondern behindert die Lösung der drängenden gesellschaftlichen Probleme wie Krieg, Armut, Wirtschaftskrise, Unterdrückung, Klimawandel etc. – und ist daher ein echtes gesellschaftliches Entwicklungshindernis.
Um dagegen kritisches Hinterfragen und kooperatives Lernen und Forschen in gesellschaftlicher Verantwortung zu ermöglichen, rufen deutschlandweit erneut lokale Bildungsstreikbündnisse dazu auf, sich zu verständigen, zu qualifizieren und zu kämpfen für:

  • eine inklusive Schule für Alle,
  • eine grundsätzliche Studienreform,
  • Lernen und Lehren und Forschen für Frieden – Rüstungsindustrie und Bundeswehr raus aus allen Bildungseinrichtungen,
  • Ausbildungs- und Studienplätze für alle, Mindestlöhne und Ende der Prekarisierung,
  • eine bedarfsdeckende öffentliche Finanzierung aller Bildungseinrichtungen.

Auch der GEW-Landesvorstand hat beschlossen, „die lokalen Bildungsstreikbündnisse in NRW [zu unterstützen] und ruft dazu auf, sich an den für November geplanten Demonstrationen zu beteiligen“:

Was läuft vor Ort?

Lokale Großdemos: Donnerstag, 17.11.
Diese Liste der Aktivitäten in NRW wird ständig aktualisiert und erweitert. Siehe auch bildungsstreik.net.

  • Bielefeld:
    • Aufruf
    • Großdemo: Donnerstag, 17.11.2011, 14 Uhr, Hauptbahnhof
    • Anschlusstreffen: Mittwoch, 23.11., 18 Uhr vor dem Uni-AStA
  • Bochum:
    • Aufruf
    • Großdemo: Donnerstag, 17.11.2011, 9.30 Uhr, Hauptbahnhof
  • Bonn:
    • Aufruf
    • Action day Occupy Education: Donnerstag, 17.11.2011, 9 Uhr, Kaiserplatz
  • Dortmund:
    • Aufruf
    • Großdemo: Donnerstag, 17.11.2011, 10.30 Uhr, Dortmund Hbf, Katharinentreppen
  • Duisburg:
    • Aufruf
    • Großdemo: Donnerstag, 17.11.2011, Duisburg Mitte / Süd: 8:15 Uhr Du-HBF (Vorplatz); Duisburg Nord: 8:15 Uhr Hamborn Amtsgericht; Duisburg West: 8:00 Uhr Rheinhausen Bahnhof (Zug um 8:15 Uhr auf Gleis 4)
    • Aktionswoche: 14.-18.11., nähere Infos folgen
  • Essen:
  • Gütersloh:
    • Großdemo: Donnerstag, 17.11.2011, 14 Uhr, Berliner Platz
  • Ibbenbühren:
    • Großdemo: Donnerstag, 17.11.2011, 9 Uhr, Hauptbahnhof
  • Köln:
    • Aufruf
    • Von den SVen organisierte Vollversammlungen in zahlreichen Schulen
    • Studierendenvollversammlung: Dienstag, 15.11.2011, 18 Uhr, Hörsaal II (Hauptgebäude Uni)
    • Großdemo: Donnerstag, 17.11.2011, 10 Uhr, Treffpunkte: 1. Albertus-Magnus-Platz, vor dem Uni-Hauptgebäude, 2. Deutz, Eitorfer Straße, vor den dortigen Beruskollegs
    • Bericht in der nrhz
  • Solingen:
    • Aufruf
    • Großdemo: Donnerstag, 17.11.2011, 9 Uhr, Neumarkt, Platz vor C&A

Wie können LehrerInnen beitragen?

Bei den letzten Bildungsstreiken gab es teilweise unschöne Situationen, in denen überforderte LehrerInnen ihre SchülerInnen einschlossen. Um sowas künfitg zu verhindern, haben wir mit der BSV Köln ein paar Leitlinien für LehrerInnen erarbeitet (die ggf. auch Studis verbreiten können):

  • Das Thema diskutieren und ermutigen
  • Im Kollegium und bei Eltern darauf hinweisen, dass SchülerInnen die Demos in jedem Fall besuchen dürfen; die Schulen dürfen sie nicht davon abhalten: Am Ende der Demos können sich VollzeitschülerInnen in der Regel Entschuldigungen bei den BezirksschülerInnenvertretungen ausstellen lassen. Azubis im dualer Ausbildung, müssen das mit ihrem Arbeitgeber diskutieren; an die Betriebsräte wenden! Die versäumten Stunden werden dann als entschuldigt ins Klassenbuch eingetragen. Ärztliche Atteste können nicht verlangt werden.
  • SchülerInnen ohne Entschuldigung ins Klassenbuch einzutragen vergessen
  • Keine Klausuren, Wandertage oder Ähnliches auf die entsprechenden Termine legen
  • Wandertage zur Demo machen (beliebte Praxis in Berlin)
  • Selbst an Demos und deren Vorbereitung teilnehmen, soweit das nicht in die eigene Unterrichtszeit fällt.

http://www.bildungsstreik-koeln.de/home