Archiv der Kategorie 'Antimilitarismus'

Fachtagung Friedenspolitik: Syrien, Ukraine, Gaza – Konflikte gewaltfrei lösen?

Do., 5. – Fr., 6.2.2015 Jugendherberge Duisburg
Wie sieht eine gewaltfreie Konfliktlösung in Anbetracht der aktuell brennenden Krisenherde aus? Welche Rolle spielt die neue deutsche Sicherheits- und Außenpolitik?Und wie lassen sich die komplexen Hintergründe erfassen und in den Unterricht übertragen?
Journalistinnen, FriedensforscherInnen, GewerkschafterInnen, PolitikerInnen und PädagogInnen treten in den Dialog, um die Ursachen zu verstehen, Werkzeuge der Konfliktanalyse auszuprobieren und mögliche Antworten zu finden.
Wir laden zu einer FACHTAGUNG FRIEDENSPOLITIK nach Duisburg ein. Im Dialog mit Journalisten, Friedensforschern, Gewerkschaftern, Politikern und Pädagogen versuchen wir gemeinsam, Ursachen zu verstehen und Antworten zu finden.
Unter anderem werden anhand des Konfliktanalysemodells nach Johan Galtung, Begründer der Transcend Methode, die aktuellen Konflikte Syrien, Ukraine, Gaza untersucht und Ansätze zum Umgang mit den Konflikten vorgestellt.
Wir wünschen uns allen im wahrsten Sinne des Wortes eine bewegende Tagung.

Programm
Anmeldung

Tagung ‚Kooperationsvereinbarung kündigen‘

Die Seit 2008 gibt es in NRW eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem MSW und der Bundeswehr, mit der dem Militär ein privilegierter Zugang zu Schulen ermöglicht wird. Die Neufassung durch die rot-grüne Landesregierung 2012 hat nichts Wesentliches an den Kritikpunkten von Friedensbewegung, Schülerinnen und Schülern, der GEW und vielen anderen geändert. Die Landesregierung hatte offensichtlich nicht den Willen und die Kraft, die Kooperationsvereinbarung ersatzlos zu streichen – auch gegen Beschlüsse aus den eigenen Parteien.

Die GEW NRW, ‚Schule ohne Bundeswehr NRW‘ und weitere Partner laden zu einer Tagung ein, die die Kooperationsvereinbarung thematisiert. Vor dem Hintergrund des diesjährigen Gedenkens an 100 Jahre I. Weltkrieg sind die Auseinandersetzung um Bundeswehr-Auftritte an Schulen und die Friedensbildung als Zukunftsaufgabe die Themen.

Die Tagung findet am Samstag, 8. November 2014, von 13.00 bis 18.30 Uhr in Essen (DGB-Haus Essen, Teichstraße 4) statt. Sie ist in drei Abschnitte gegliedert:

  • Rückschau auf die Proteste gegen die Kooperationsvereinbarung NRW seit 2008
  • Diskussion der aktuellen Situation rund um Bundeswehr-Werbung und Friedensbildung an Schulen
  • Aktionsplanung mit dem Ziel, der Bundeswehrwerbung entgegenzutreten und die Friedensbildung zu stärken.


Flyer

Bundeswehrauftritt an der FH-Düsseldorf

Am Di., 4.11. findet an der FH Düsseldorf der „7. Unternehmenstag“, eine Art AbsolventInnenmesse, statt. Dabei wird erstmals die Bundeswehr vertreten sein. Dagegen gibt es Protest.
Wir dokumentieren den Aufruf des AStAs der FH-Düsseldorf:

Wegtreten! Gegen den Auftritt der Bundeswehr an der FH Düsseldorf!

Am Dienstag, dem 4. November, möchte sich ab 10 Uhr die Bundeswehr im Rahmen eines von der FH-D ausgerichteten „Unternehmenstag“ den „Studierenden und Absolventinnen/Absolventen aller Fachbereiche“ mit einem Messestand im FH-Gebäude an der Josef-Gockeln-Straße präsentieren, Kontakte zu Studierenden knüpfen und berufliche Karriereangebote machen.
Der AStA der FH D spricht sich in aller Schärfe gegen einen Auftritt der Bundeswehr an der FH-D aus. Schon der Präambel der Grundordnung der FH-D ist zu entnehmen, dass die Hochschule für eine friedliche und zivile Gesellschaftsentwicklung wirken soll und will.
Der AStA ruft alle Student*innen zum lautstarken Protest gegen den Auftritt der Bundeswehr an der FH-D auf.
Treffpunkt: Dienstag, 4. November, 9.30 Uhr am Hauptein­gang des FH-Gebäudes an der Josef-Gockeln-Str. 9 in Golzheim (U78/U79 bis Golzheimer Platz)
Der AStA der FH-D hatte das Präsidium der FH-D eindringlich, aber vergeblich dazu aufgefordert, die Bundeswehr wieder auszuladen. Vom FH-D-Vizepräsidenten Prof. Dr. Horst Peters abgelehnt wurde die Forderung des AStA u.a. mit der Begründung, dass die Bundeswehr einen „verfassungsgemäßen Auftrag“ zu erfüllen habe und außerdem der zuständige „Ansprechpartner bei der Bundeswehr“ betont habe, dass der „Fokus“ auf „zivilen Arbeitsplätzen“ liege. Aus der Selbstdarstellung der Bundeswehr in der FH-D-Broschüre zum Unternehmenstag geht eine solche „zivile“ Ausrichtung keineswegs hervor, hier steht die „militärische Karriere“ im Vordergrund, es wird mehr nachgeschoben, dass die Bundeswehr „nicht nur aus Soldatinnen und Soldaten“ bestehe. Doch selbst wenn der Schwerpunkt der Jobangebote tatsächlich auf dem sogenannten „zivilen Bereich“ läge, würde das nichts an unserer Kritik verändern. Der „zivile Bereich“ ist unverzichtbarer Teil des militärischen Gesamtkomplexes Bundeswehr. Mit Werbeauftritten wie am 4. November werden Militär, Krieg und Auslandseinsätze bzw. eine berufliche Karriere in diesem Bereich als etwas völlig „Normales“ dargestellt.
Nicht mit uns! Die Bundeswehr ist kein „Arbeitgeber wie jeder andere“. Ein Messestand, an dem Studierende für eine angeblich „zivile Karriere“ geködert werden, ist eine bewusste Täuschung. Alle bei der Bundeswehr Beschäftigten tragen letztlich – direkt oder indirekt – ihren Teil dazu bei, wenn sich ihr „Arbeitgeber“ an Kriegseinsätzen beteiligt bzw. diese in welcher Form auch immer unterstützt oder legitimiert.
Aufgabe der Hochschulen ist es, zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen und die Ursachen von Konflikten und Kriegen zu erforschen, und nicht, sich zum Handlanger oder Förderer des Militärs zu machen.
Kein Platz für Bundeswehr und Co. auf dem Campus! Für eine freie und friedliche Hochschule! Zivilklausel konsequent anwenden! Bundeswehr: Wegtreten!
Beteiligt euch am Protest

Facebook-Event

Zivilklausel-Kongress

Vom Fr., 24. bis So., 26.10. findet in Hamburg ein Zivilklausel-Kongress statt, der unter anderem von der GEW mit getragen und einer Reihe von GEW-Studis mit organisiert wird. Ziel des Kongresses ist es, zu entwickeln, was die Hochschulen, was die einzelnen Fächer zu einer positiven Entwicklung der Welt beitragen können. Wir wollen uns bei dem Kongress gemeinsam dafür qualifizieren, dafür zu wirken, dass die Hochschulen sich nicht nur aus Krieg und Zerstörung raus halten, sondern zum Gegenteil beitragen. Da steckt sicher eine Menge drin. (Bis auf die Fahrt ist alles kostenlos.)

Weitere Infos

Lernen für den Frieden: Offener Brief des DGB

Der DGB hat sich anlässlich der Übergabe mit einem offenen Brief an die Kultusministerkonferenz gewandt, und verleiht dem Erfordernis einer Entmilitarisierung der Bildung und wirklicher Friedensbildung Nachdruck. In dem Brief heißt es:

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) steht für das Menschenrecht auf Bildung. Dies kann nur durch eine Erziehung zum Frieden geschehen. (…) Der DGB fordert die Länder auf, bestehende Kooperationsvereinbarungen mit der Bundeswehr zu kündigen. Er sieht in den Lehrkräften die Fachkräfte, die (…) am besten geeignet sind, Friedensbildung frei von den Interessen dritter zu vermitteln. Der DGB fordert Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf, sich auf die Forschung zu zivilen und friedlichen Zwecken zu verpflichten. Der Abhängigkeit der Wissenschaft von privatwirtschaftlichen Geldgebern muss durch eine auskömmliche öffentliche Finanzierung entgegengewirkt werden. Grundsätzlich sollen die Verwendung von Drittmitteln und ihre Finanzierer offengelegt werden.

Kompletter Brief des DGB