Archiv der Kategorie 'Aufrufe'

Fristen kippen!

Letzte Woche ist die NRW-weite Unterschriftenkampagne “Keine Zwangsexmatrikulationen – für ein kritisches und angeregtes Studium” gestartet. Diese wird inzwischen von einem Bündnis Fachschaften der Universitäten Aachen, Bielefeld, Duisburg-Essen, Köln, Münster, Paderborn, Siegen, vom bundesweiten Studierendenverband fzs und den GEW Studis Bund unterstützt.

Hintergrund sind die angedrohten Zwangsexmatrikulationen in den auslaufenden Lehramtsstudiengängen: Die Lehramtsstudiengänge wurden in NRW 2011 auf einen einheitlichen Bachelor/Master-Studiengang umgestellt. Deshalb sollen die bisherigen Staatsexamensstudiengänge und die Bachelor/Master-Modelllehramtsstudiengänge zum Ende des Sommersemesters 2016 (Grund-, Haupt-, Realschule) bzw. 2017 (alle anderen Schulformen) auslaufen. Alle KommilitonInnen, die dann noch in diesen Studiengängen studieren, sollen zwangsexmatrikuliert werden.

Ziel der Unterschriftenkampagne ist es, die Auslauffristen abzuschaffen und damit die Drohung der Zwangsexmatrikulation aufzuheben:

  • weil Bildung und Wissenschaft zur Realisierung „einer nachhaltigen, friedlichen und demokratischen Welt“ (Hochschulgesetz NRW) beitragen sollen. Dafür ist Zeit zum Lesen, Diskutieren und kritischen Reflektieren notwendig.
  • weil die Bildung mündiger Persönlichkeiten durch Hetze und Konformitätsdruck erschwert wird.
  • weil angehende LehrerInnen die Möglichkeit haben müssen, sich selbst umfassend und kritisch zu bilden und Spaß am Lernen zu entwickeln, um auch selber Freude am Verstehen und Gestalten der Welt bei Schüler_innen zu fördern.
  • weil die Fristen die Zeit für hochschulpolitisches und weiteres Engagement, den Besuch von Veranstaltungen aus Interesse über den vorgegebenen Studienplan hinaus ebenso wie für Auslandssemester und Nebenjobs massiv einschränken.

Unterschreiben können nicht nur Betroffene oder Studierende, sondern alle! Daher: Unterschreibt die Unterschriftenkampagne und verbreitet sie unter KommilitonInnen, DozentInnen, LehrerInnen, FreundInnen, Eltern, Bekannten – auch über NRW hinaus! Das bisherige Echo (nicht nur in den Medien) ist besser, als wir es uns erträumt hatten. Helft mit, dafür zu sorgen, dass es so weiter geht und verbreitet die Kampagne per Mail, per facebook…

Unterschreibt hier: fristen-kippen.de
Verbreitet die Aktion per Mail und auf facebook weiter!

Unterschriftenübergabe „Lernen für den Frieden“

Die GEW unterstützt ja die Kampagne „Lernen für den Frieden“ für zivile Hochschulen und gegen die Einflussnahme der Bundeswehr auf die Schulen. Inzwischen wurden über 20.000 Unterschriften gesammelt, die am Do., 9.10. in Essen an die Kultusministerkonferenz übergeben werden sollen. Parallel dazu wird es auch eine Kundgebung geben, zu der alle herzlich eingeladen sind.
Aufruf zur Kundgebung und weitere Infos

Neues Hochschulgesetz beschlossen – wie vor Ort weiter machen?

Vor Kurzem wurde das neue Hochschulgesetz beschlossen. Da steht – sicher nicht zuletzt auf Grund unserer Arbeit – unter anderem eine Zivilklausel drin. Am Sa., 4.10., 13 Uhr findet in Köln ein Treffen statt, zu dem alle hochschulpolitisch Aktiven aus NRW eingeladen sind. Dort soll beraten werden, wie wir vor Ort etwas daraus machen. Zudem ist es so, dass auf Grund zahlreicher weiterer Änderungen im Hochschulgesetz demnächst die Grund- und anderen Ordnungen an den Hochschulen überarbeitet werden müssen. Dabei wird es z.B. auch darum gehen, ob die Senate künftig viertelparitätsich besetzt sind. Auch das soll auf dem Treffen besprochen werden.
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Bildungsstreik 2014

Dezentrale Demos am Mittwoch, den 25.6.2014

Bildung im Allgemeinen und Hochschulbildung und -forschung im Besonderen fördern nachhaltige und solidarische Formen des Zusammenlebens. Die Hochschulen haben deswegen die Aufgabe, die aktuellen Verhältnisse kritisch zu reflektieren und für friedliche Lösungsvorschläge zu forschen. Um das zu unterbinden, wurden Marktmechanismen in die Hochschulen eingebracht. Beispiele dafür sind die leistungsorientierte Mittelvergabe oder der Zwang zur Einwerbung von Drittmitteln, durch die Hochschulen, Fakultäten und Hochschulmitglieder in ein Konkurrenzverhältnis zueinander gesetzt werden sollen. In Konkurrenzverhältnissen können die Hochschulen ihrer eigentlichen Aufgabe nicht nachkommen, da es nicht um den Erkenntnisgegenstand sondern um Gewinnmaximierung geht. Kritische Wissenschaft dagegen gedeiht nur in Kooperation. Mit der kooperativen Hochschule und der Ausfinanzierung aller Bildungsinstitutionen kann das Konkurrenzverhältnis überwunden werden.

Konkret gefordert werden bundesweit u.a. die Demokratisierung der Hochschulen, langfristige statt prekäre Beschäftigungsverhältnisse der DozentInnen, Umverteilung von oben nach unten und die Abschaffung der Schuldenbremse für die Beendigung der Kürzungen im Bildungs-, Sozial- und Kulturbereich, ein elternunabhängiges Bafög, Breitenförderung statt Elite-Unis, die Aufhebung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern in der Bildungsfinanzierung…

Aufruf
Infos und lokale Demos, Aktionen etc.

Protestaktion: Wem gehören die Hochschulen?

  • Protestaktion
    anlässlich der Expertenbefragung zum Hochschulzukunftsgesetz
    Mi., 18.6., 12 Uhr, Wiese vor dem Landtag NRW
  • anschließend:
    Gemeinsamer Besuch der öffentlichen Sachverständigenanhörung um 14 Uhr

Der tradierte Konflikt darum, in wessen Dienst die Hochschulen stehen, hat sich in den letzten zehn Jahren zugespitzt: Unter dem damaligen FDP-„Innovationsminister“ Pinkwart wurden 2006 in NRW Studiengebühren und 2007 das „Hochschulfreiheitsgesetz“ eingeführt, mit dem die Hochschulen weitgehend entdemokratisiert wurden und der Wirtschaft zunehmender Einfluss auf die Hochschulen gewährt wurde. Mit der Umstellung auf die Bachelor-Master-Studiengänge wurde die Ausrichtung auf die reine Employability weiter forciert. Zeit für kritische Reflexion und neugieriges Lernen traten in den Hintergrund, während ein schnelles Studieren für berufliche Verwertbarkeit immer mehr Bedeutung gewann. Dies blieb nicht unwidersprochen: Auf Grund von Protesten konnten die Studiengebühren nicht einmal eine Legislaturperiode lang aufrecht erhalten werden, spätestens seit dem Bildungsstreik 2009 gibt es allenthalben zumindest kleine Korrekturen an den Studiengängen, mit der Zivilklauselbewegung wird der Anspruch erhoben, dass die Hochschulen zur friedlichen und zivilen Entwicklung der Welt beitragen sollen.
Vor diesem Hintergrund hat die Landesregierung einen Entwurf für eine Überarbeitung des Hochschulgesetzes („Hochschulzukunftsgesetz“) vorgelegt.
Der Entwurf greift zwar neu entwickelte Ansprüche, etwa die Forderung nach einer Zivilklausel auf. Er bleibt an entscheidenden Punkten aber aus „Rücksichtnahme“ auf das Gepolter von Wirtschaftsverbänden und Hochschulleitungen hinter den Möglichkeiten und Erfordernissen zurück: Es gibt z.B. keine Masterplatzgarantie, zusätzliche Zwangsexmatrikulationen, die undemokratischen Top-Down-Management-Strukturen werden nicht abgeschafft, der Inhalt drittmittelfinanzierter Forschungsprojekte an öffentlichen Hochschulen soll nur offengelegt werden, wenn die Geldgeber zustimmen – und wie weitgehend die Verbesserung der prekären Beschäftigungsverhältnisse an den Hochschulen sein wird, ist noch völlig unklar.
Dagegen wollen wir nachlegen für ein Hochschulgesetz, das konsequent die Voraussetzungen für eine soziale, demokratische und zivile Entwicklung der Hchschulen im Interesse der Allgemeinheit schafft.

Veranstalter: DGB-Jugend NRW
Aufruf als PDF